Zwei Studien, ein Ziel
Eine Krebstherapie kann Leben retten – und zugleich das Herz belasten. Eine mögliche Folge: Vorhofflimmern, das oft unbemerkt bleibt. Wie lässt sich das Risiko früh erkennen? Und welche Folgen hat diese Herzrhythmusstörung für die Betroffenen?
Das Forschungsprojekt ONCO-AF mit Beteiligung des DHZC geht diesen Fragen nach. Die Deutsche Herzstiftung e. V. fördert es im Rahmen ihrer Sonderforschungsförderung 2026 mit 122.500 Euro.
Mithilfe künstlicher Intelligenz (KI) wollen die Forschenden vorhersagen, welche Krebspatient:innen während ihrer Therapie besonders gefährdet sind, Vorhofflimmern zu entwickeln. Dafür begleiten sie rund 200 Patient:innen vor und während der Therapie mit Herzultraschall, EKG und einem tragbaren EKG-Sensor-Patch.
Prof. Frank Heinzel, Studienleiter am Städtischen Klinikum Dresden (rechts auf dem Bild neben Prof. Blaschke): „Wir wollen erkennen, bei wem das Risiko für Vorhofflimmern besonders hoch ist, um gefährdete Patient:innen frühzeitig im Blick zu behalten.“

Prof. Leif-Hendrik Boldt, Leiter der Rhythmologie am DHZC, Campus Virchow-Klinikum: „Gerade unter einer Krebstherapie bleibt Vorhofflimmern oft lange unentdeckt. Wenn wir früh wissen, wer gefährdet ist, können wir gezielt hinschauen und helfen, Schlaganfälle und Therapieunterbrechungen zu vermeiden.“

Beteiligt sind das Städtische Klinikum Dresden, das DHZC, Fraunhofer MEVIS und das Institut für kardiovaskuläre Computer-assistierte Medizin (ICM) am DHZC. Die Patient:innen werden gemeinsam mit hämatologisch-onkologischen Partnern am Städtischen Klinikum Dresden, am LMU Klinikum München und an der Charité – Universitätsmedizin Berlin sowie in onkologischen Schwerpunktpraxen in Dresden, München und Berlin gewonnen.
Dr. Harald Schmalenberg, Hämatologe und Onkologe, 4. Medizinische Klinik am Städtischen Klinikum Dresden: „Eine wirksame Krebstherapie sollte nicht an einer Herzrhythmusstörung scheitern. Die enge Zusammenarbeit mit der Kardiologie hilft uns, Risiken früher zu erkennen und unsere Patient:innen sicherer durch die Behandlung zu begleiten.“

Die Studie ergänzt das ebenfalls von der Deutschen Herzstiftung geförderte Projekt EMPATICC 2 (AF) von Dr. Markus Anker, Kardiologe am DHZC. Sein Team nutzt implantierbare Herzmonitore, um bei Menschen mit fortgeschrittener Krebserkrankung zu erfassen, wie häufig Vorhofflimmern auftritt, wie lange die Episoden dauern und welche Bedeutung sie für die Betroffenen haben.
Während ONCO-AF das Risiko bereits zu Beginn der Krebstherapie untersucht, richtet EMPATICC 2 (AF) den Blick auf das tatsächliche Auftreten und die Folgen der Herzrhythmusstörung. Beide Teams stimmen sich eng ab, damit sich die Ergebnisse ergänzen.
Prof. Florian Blaschke, Studienleiter am DHZC und Oberarzt Rhythmologie, Campus Virchow-Klinikum: „Gemeinsam helfen uns die Perspektiven beider Studien, die Versorgung von Menschen mit Krebs und Herzrhythmusstörungen gezielt weiterzuentwickeln.“

Wir gratulieren allen Beteiligten zur Förderung und wünschen viel Erfolg für die Forschung!
DHZC. Für jeden Herzschlag.