Gemeinsam gegen Vorhofflimmern
Vorhofflimmern besser verstehen, Betroffene besser versorgen: Dazu wollen Doreen Schöppenthau und Julian Madrid, Markus Anker und Niklas Beyhoff mit ihrer Forschung beitragen.

Ihre Projekte haben jetzt auch das unabhängige Gutachtergremium der Deutschen Herzstiftung überzeugt: Die Stiftung unterstützt die drei Vorhaben mit jeweils 90.000 bis rund 113.000 Euro.
Mit ihren Sonderforschungsförderungen setzt die Herzstiftung gezielt Schwerpunkte bei verschiedenen Herzerkrankungen. 2026 stellt sie mehr als eine Million Euro für die Erforschung von Vorhofflimmern bereit. Aus 57 eingegangenen Anträgen wurden elf Projekte zur Förderung ausgewählt – drei davon mit DHZC-Beteiligung. Bekannt gegeben wurde die Entscheidung bei den DGK-Herztagen in Hamburg.
Die Rhythmologin Dr. Doreen Schöppenthau und der Internist Dr. Julian Madrid widmen sich der digitalen Patientenbetreuung rund um eine Katheterablation; einen Eingriff zur Behandlung von Vorhofflimmern. Doreen Schöppenthau führt am DHZC Katheterablationen durch, leitet die Rhythmologische Tagesstation und die Rhythmussprechstunde am Campus Virchow-Klinikum und begleitet mehrere Forschungsprojekte. Julian Madrid forscht am Institut für Künstliche Intelligenz in der Medizin (IKIM) unter der Leitung von Prof. Dr. Alexander Meyer. Gemeinsam mit weiteren Beteiligten geht es ihnen im Projekt „CHAT-AF@DHZC“ um den Einsatz eines KI-Chatbots unter ärztlicher Aufsicht. Er soll Patient:innen vor und nach dem Eingriff unterstützen. Dafür stellt die Deutsche Herzstiftung 90.000 Euro bereit.
Menschen mit fortgeschrittener Krebserkrankung stehen im Mittelpunkt der Studie „EMPATICC 2 (AF)“ von Dr. Markus Anker. Der DHZC-Kardiologe leitet den Bereich Kardio-Onkologie am DHZC, Campus Benjamin Franklin, und betreut dort Menschen mit Krebs und Herzerkrankungen. Sein Team will mit implantierbaren Herzmonitoren erfassen, wie häufig Vorhofflimmern bei diesen Patient:innen auftritt, wie lange die Episoden andauern und welche Bedeutung sie für die Betroffenen haben. Die Herzmonitore werden nur bei bestehender medizinischer Indikation eingesetzt. Die Studie wird von der Deutschen Herzstiftung mit 100.000 Euro gefördert.
PD Dr. Niklas Beyhoff aus der Klinik für Herz-, Thorax- und Gefäßchirurgie am DHZC schaut gemeinsam mit Dr. Martin Beyer vom Universitären Herz- und Gefäßzentrum Hamburg genauer auf das Vorhofgewebe. Sie untersuchen, welche Veränderungen seiner Feinstruktur und seiner molekularen Eigenschaften bei Menschen mit einer undichten Mitralklappe Vorhofflimmern begünstigen. Das Projekt erhält rund 113.000 Euro.
Wir freuen uns mit unseren vier Kolleg:innen und ihren Teams und gratulieren ihnen sehr herzlich!