Ablation von Herzrhythmusstörungen – oft ohne Übernachtung
Viele Eingriffe sind heute ambulant möglich – sicher, gut begleitet und mit engem Kontakt zum DHZC.

Eine Ablation von Herzrhythmusstörungen bedeutete früher fast immer mindestens eine Übernachtung im Krankenhaus. Heute ist das in vielen Fällen nicht mehr notwendig. Moderne Verfahren, klar strukturierte Abläufe und eine engmaschige Betreuung ermöglichen es, dass einige Patientinnen und Patienten noch am selben Tag wieder nach Hause gehen können.
Entscheidend ist dabei nicht Schnelligkeit, sondern Sicherheit: Wer ambulant behandelt wird, wird sorgfältig ausgewählt, nach dem Eingriff überwacht und erhält klare Ansprechpartner für die Zeit zu Hause.
Behandlung am selben Tag
Was „Same-day-discharge“ bedeutet
Beim sogenannten „Same-day-discharge“ kommen Sie geplant zu Ihrem Ablations-Eingriff und können – wenn alles unauffällig verläuft – noch am selben Tag wieder nach Hause gehen.
Nach dem Eingriff bleiben Sie für eine festgelegte Zeit in unserer Betreuung. Erst wenn alle Kontrollen unauffällig sind und Sie sich gut fühlen, erfolgt die Entlassung.
Das ist heute für viele Patientinnen und Patienten eine gute Option – aber nicht für alle. Welche Form der Behandlung für Sie geeignet ist, wird immer individuell entschieden.
Warum das heute möglich ist
Moderne Verfahren, weniger Belastung

Ablationseingriffe haben sich in den letzten Jahren deutlich weiterentwickelt:
- Die Eingriffe sind deutlich kürzer geworden: Früher hat eine Ablation von Vorhofflimmern bis zu zwei Stunden gedauert. Heute führen wir durch neue Technologien am DHZC diese Eingriffe in weniger als einer Stunde durch – genauso effektiv und noch sicherer.
- Wir benötigen nur eine Punktion der Leistenvenen und nicht der Arterien, welche zu weniger Leistenkomplikationen führen.
- Druckverbände werden nicht mehr angewandt. Wir arbeiten mit Nähten und Verschlusssystemen, die bereits kurz nach dem Eingriff wieder entfernt werden.
- Alle Abläufe sind klar standardisiert. In schriftlichen Leitfäden (sogenannten Standard Operating Procedures SOP) wird die gesamte Patientenbehandlung von der Planung und Vorbereitung über die Durchführung des Eingriffs bis zur Nachsorge und Entlassung genau beschrieben. Diese Definition einheitlicher Prozesse sorgt für Klarheit und Sicherheit.
Für viele geplante, unkomplizierte Eingriffe bedeutet das: Eine Übernachtung im Krankenhaus ist oft nicht mehr notwendig.
Für wen das infrage kommt
Individuelle Entscheidung statt Standardlösung
Nicht jeder Herzkathetereingriff eignet sich für eine Entlassung am selben Tag.
Ambulant möglich sind vor allem:
- Ablationen, die in der Vorkammer des Herzens, wie zum Beispiel Vorhofflimmern, auftreten
- Rhythmusstörungen aus der Herzkammer sind nur in seltenen Fällen ambulant möglich
Stationär bleiben in der Regel:
- komplexere Eingriffe
- Behandlungen mit erhöhtem Risiko
- Situationen, in denen eine längere Überwachung sinnvoll ist
Wichtig ist: Die Entscheidung wird immer individuell getroffen – gemeinsam mit Ihnen und auf Basis Ihrer medizinischen Situation.
So läuft Ihr Tag ab
Gut vorbereitet. Klar strukturiert.

Vor dem Eingriff klären wir mit Ihnen alle wichtigen Fragen: Medikamente, Ablauf und Verhalten danach.
Der Eingriff selbst erfolgt in der Regel:
- mit einem Beruhigungs- oder Schlafmittel (z. B. Propofol)
- mit kontinuierlicher Überwachung
Nach der Ablation:
- bleiben Sie für einige Stunden bei uns zur Beobachtung
- werden Kreislauf und Punktionsstelle regelmäßig kontrolliert
- ruhen Sie in einem komfortablen Bereich mit Liegesesseln
Zum Abschluss:
- besprechen wir die Ergebnisse mit Ihnen
- erhalten Sie klare Hinweise für zu Hause
- organisieren wir Ihre sichere Entlassung
- sie werden von einer bzw. einem Bekannten oder Verwandten abgeholt, der Sie auch die nächsten 24 Stunden mit betreut.
Wenn eine Übernachtung doch sinnvoll ist
Sicherheit geht immer vor
Auch wenn ein ambulanter Ablauf geplant ist, kann sich während oder nach dem Eingriff zeigen, dass eine stationäre Überwachung sinnvoll ist.
In diesem Fall bleiben Sie selbstverständlich bei uns.
Same-day-discharge ist daher kein festes Versprechen, sondern ein Konzept, das sich konsequent an Ihrer Sicherheit orientiert.
Gut betreut – als Team
Strukturierte Nachsorge im Mittelpunkt
Die Versorgung nach dem Eingriff ist ein zentraler Bestandteil des gesamten Konzepts. Ein multiprofessionelles Team begleitet Sie dabei – mit klaren Abläufen und festen Ansprechpartnern.
Maren Oehlke, Physician Assistant, ist Teil dieses Teams und unterstützt insbesondere die Organisation und Begleitung der Nachsorge. Sie trägt dazu bei, dass Abläufe verständlich sind, Fragen geklärt werden und Sie sich während der gesamten Zeit gut aufgehoben fühlen.

Angenehme Umgebung
Ruhe und Komfort nach dem Eingriff
Unsere Ambulanzbereiche werden gezielt für das „Same-day-discharge“-Konzept weiterentwickelt.
- ruhige Umgebung
- moderne Behandlungsplätze
- komfortable Liegesessel
- ausreichend Zeit zur Erholung
So entsteht ein Umfeld, das medizinische Sicherheit mit möglichst hoher Aufenthaltsqualität verbindet.

Unsere Forschung
Für eine sichere und effiziente Nachsorge
Mit der sogenannten HYBRID-AF-Studie entwickeln wir innovative Ansätze für eine sichere und effiziente Nachsorge nach einer Katheterablation bei Vorhofflimmern – besonders im Kontext einer zunehmend ambulanten Versorgung.
Patient:innen werden in den ersten Woche nach dem Eingriff strukturiert digital begleitet: Über eine App-basierte Plattform erfassensie Symptome, stehen in direktem Austausch mit unserem Behandlungsteam und werden – je nach Konzept – durch vernetztes Monitoring mit Blutdruck-, EKG- oder Wearable-Daten unterstützt.
Unser Ziel ist es, kritische Verläufe frühzeitig zu erkennen, die Patientensicherheit auch außerhalb des Krankenhauses zu gewährleisten und gleichzeitig unnötige Wiedervorstellungen oder stationäre Aufenthalte zu reduzieren.
Damit schaffen wir die evidenzbasierte Grundlage für moderne, sektorenübergreifende Versorgungspfade – und bringen die Ambulantisierung elektrophysiologischer Eingriffe einen entscheidenden Schritt voran.
Erfahrungen von Patientinnen und Patienten
Zurück im Alltag – oft schon am selben Tag
„Ich war überrascht, wie unkompliziert alles ablief. Am selben Tag wieder zu Hause zu sein, hat mir ein gutes Gefühl gegeben.“
Wolfgang J.

„Schnelle Terminvergabe, fürsorgliche Behandlung und ausführliche Erklärungen – ich würde mich immer wieder am DHZC behandeln lassen.“
Gundula K.

„Die Entlassung am selben Tag ist sehr praktisch und ein großer Vorteil für die Patient:innen. Man kann einfach einen Termin buchen und am selben Tag wieder nach Hause – stressfrei und unkompliziert. Von mir gibt es 10 von 10 Punkten!“

Häufige Fragen
Sie erhalten ein Beruhigungs- oder Schlafmittel, sodass Sie den Eingriff entspannt erleben.
Ja. Es erfolgt eine Schlafnarkose, keine Vollnarkose – so wie Sie es von einer Magen- oder Darmspiegelung kennen.
Ja, wenn der Eingriff unkompliziert verläuft und keine medizinischen Gründe dagegen sprechen.
Nein. Bitte lassen Sie sich abholen.
Zum Beispiel bei Schmerzen, Nachblutungen, Schwellungen an der Einstichstelle oder neuen Beschwerden im Brustbereich. Dass kurzzeitig Herzrhythmusstörungen noch auftreten, ist normal. Diese sollten jedoch nach acht Wochen verschwinden. Falls die Herzrhythmusstörungen anhalten, bitten wir Sie, Kontakt mit uns aufzunehmen.
Dann bleiben Sie zur weiteren Überwachung bei uns oder werden stationär aufgenommen.
Ihr Kontakt zu uns
Wir sind für Sie da
Zur Terminvereinbarung erreichen Sie die Kolleg:innen der stationären Einbestellung telefonisch und per E-Mail:
Anja Brune: T: +49 30 450 613054
Jaqueline Seyde: +49 30 450 613021
F: +49 30 450 7513925