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Von München zurück in Berlin

Das DHZC beim ESC Congress 2026

Vier Tage ESC Congress in München liegen hinter uns – mit knapp 34.000 Teilnehmer:innen. Vier Tage voller neuer Studien, wissenschaftlicher Diskussionen, Netzwerk und Austausch – und natürlich vieler DHZC-Beiträge.

Auch in diesem Jahr waren zahlreiche Kolleg:innen des DHZC mit Vorträgen, Studienpräsentationen und Moderationen beim internationalen Kardiologiekongress vertreten. Wir können hier längst nicht alle Beiträge vorstellen. Aber ein paar Eindrücke nehmen wir beispielhaft mit zurück nach Berlin:

Wissenschaft aus dem DHZC – von Grundlagenforschung bis klinische Praxis

Prof. Ulf Landmesser war als Chair des Guideline Committee unter anderem an der Vorstellung der neuen ESC-Leitlinien beteiligt und moderierte die entsprechende Session. Prof. Gerhard Hindricks brachte seine Expertise unter anderem in eine Session zum Thema „Predicting sudden cardiac death“ ein und leitete mehrere Sitzungen. 

Prof. Bettina Heidecker und ihre Arbeitsgruppe waren mit mehreren wissenschaftlichen Beiträgen vertreten. Dr.Phillip Suwalski und Nicolas Musigk präsentierten aktuelle Arbeiten zur Präzisionsmedizin bei Myokarditis und entzündlicher Kardiomyopathie. Im Mittelpunkt standen unter anderem Entzündungsprozesse, oxidativer Stress und die Regulation des Kalziumhaushalts in Herzmuskelzellen – und damit mögliche Ansatzpunkte für eine künftig stärker individualisierte Behandlung. Die Arbeiten wurden in den Journalen Cardiovascular Research und JACC: Heart Failure veröffentlicht.

Dr. Tharusan Thevathasan präsentierte seine Forschung zur schnellen Risikoeinschätzung bei Patient:innen mit akutem Herzinfarkt und kardiogenem Schock. Dabei ging es um die Frage, wie sich mithilfe von DPP3-Messungen das individuelle Risiko möglichst früh einschätzen lässt.

Prof. Carsten Tschöpe war als Chair einer Session zu Myokarditis und Perikarditis aktiv. Prof. Stefan Anker moderierte eine Session zu aktuellen Entwicklungen bei Herzinsuffizienz.

Auch die Herzchirurgie war prominent vertreten: Unser Ärztlicher Direktor Prof. Volkmar Falk beteiligte sich an der „Great Debate“ zur Frage, ob degenerative Mitralklappeninsuffizienz besser kathetergestützt oder chirurgisch behandelt werden sollte. Prof. Jörg Kempfert diskutierte die Zukunft der robotischen Herzchirurgie und die Frage, ob sie nun endgültig in der klinischen Routine angekommen ist.

Prof. Ingo Hilgendorf präsentierte die VICTORION-CHALLENGE-Studie. Die Studie verglich zwei Medikamente zur Senkung des „schlechten“ LDL-Cholesterins direkt miteinander. Das Ergebnis: Mit Inclisiran konnten die LDL-Werte stärker gesenkt und die empfohlenen Zielwerte deutlich häufiger erreicht werden.

Aus der Rhythmologie gab es ebenfalls mehrere Beiträge: PD Dr. Verena Tscholl war Chair einer Session zur frühen Katheterablation bei Vorhofflimmern. Dr. Elena Romero Dorta leitete eine Sitzung zum medizinischen Management von modernen Blutverdünnern (direkte orale Antikoagulanzien). Dr. Isabel Mattig präsentierte neue Daten zum kathetergestützten Ersatz der Trikuspidalklappe bei schwerer Trikuspidalinsuffizienz.

Auch die Versorgung von Patient:innen mit fortgeschrittener Herzinsuffizienz war Thema: PD Dr. Isabel Just-Lauer beteiligte sich an einer Session zur mechanischen Kreislaufunterstützung und der Frage, wie sich für Patient:innen mit fortgeschrittener Herzinsuffizienz zusätzliche Lebenszeit gewinnen lässt.

Und die Kinderkardiologie war ebenfalls vertreten: Prof. Oktay Tutarel sprach über Schwangerschaften bei Frauen mit komplexen angeborenen Herzfehlern und die Frage, unter welchen Voraussetzungen diese Patientinnen eine Schwangerschaft sicher durchlaufen können.

Außerdem wurden die Forschenden Prof. Gabriele Schiattarella und Prof. Sophie Van Linthout (BIH) als Nukleus-Mitglieder der ESC Working Group on Cellular Biology of the Heart gewählt. Wir gratulieren herzlich!

Dazu kamen zahlreiche weitere Beiträge aus dem DHZC – unter anderem zu Frauenherzmedizin, Herzklappenerkrankungen, angeborenen Herzfehlern, Bildgebung und akuter Herz-Kreislauf-Versorgung.

Drei Themen, über die wir bereits ausführlicher berichtet haben

PROFID: Neue Daten zeigen, dass der mit einer ICD-Implantation verbundene Überlebensvorteil bei Patient:innen nach Herzinfarkt und stark eingeschränkter Pumpfunktion über die vergangenen Jahrzehnte deutlich abgenommen hat. In der jüngsten untersuchten Patientengruppe war kein statistisch signifikanter Überlebensvorteil mehr nachweisbar. Toshinori Chiba stellte die Ergebnisse in München vor; zum weiteren Studienteam gehören Prof. Nikolaos Dagres, Prof. Gerhard Hindricks und Alireza Sepheri Shamloo.

Mehr zu den Ergebnissen der PROFID-Analyse

PVI-SHAM-AF: Die Studie in Zusammenarbeit mit der Universitätsmedizin Leipzig und dem Herzzentrum Leipzig liefert neue Erkenntnisse zur Katheterablation bei Vorhofflimmern und deren Einfluss auf die Lebensqualität der Patient:innen. Prof. Dagres ist Co-Studienleiter.

Mehr zu PVI-SHAM-AF

Frauenherzmedizin: Auch die geschlechtsspezifische Herzmedizin spielte in München eine wichtige Rolle. Dr. Julia Lueg moderierte den RISE Congress und war an weiteren Formaten zu Themen wie Herz-Kreislauf-Erkrankungen bei Frauen, künstlicher Intelligenz und hormoneller Gesundheit beteiligt.

Mehr über Frauenherzmedizin beim ESC

Danke an alle Teams!

Das war nur ein kleiner Ausschnitt aus dem, was unsere Kolleg:innen in München auf die Beine gestellt haben. Hinter jedem Vortrag, jeder Studienpräsentation und jeder Moderation stehen viele Stunden Forschung, Vorbereitung und vor allem Teamarbeit.

Ein großes Dankeschön an alle DHZC-Kolleg:innen, die den ESC Congress mit ihrer Expertise und ihrem Engagement mitgestaltet haben.

Der Kongress in München ist vorbei – jetzt geht die Arbeit mit vielen neuen Erkenntnissen und Impulsen weiter in Berlin!