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Wichtiger Schritt zur Früherkennung von Herzinsuffizienz

Der G-BA gibt Ergebnisse des „HerzCheck“-Projekts zur fachlichen Bewertung weiter

Der Innovationsausschuss beim Gemeinsamen Bundesausschuss G-BA gibt Ergebnisse des „HerzCheck“-Projekts zur fachlichen Bewertung weiter

Wie kann eine Herzinsuffizienz zuverlässig erkannt werden, lange bevor Beschwerden auftreten? Und wie können gerade Personen in dünn besiedelten Regionen von innovativen Diagnoseverfahren profitieren? 

Diese Fragen wurden im Innovationsfondsprojekt „HerzCheck“ unter der wissenschaftlichen Leitung des Deutschen Herzzentrums der Charité (DHZC) untersucht – mit moderner MRT-Diagnostik, telemedizinischer Betreuung und einer standardisierten, fast vollautomatisierten Befundung. 

Ein blauer Lkw steht auf einem Feld, umgeben von Bäumen. An der Seite des Fahrzeugs ist ein Bild eines Herzens sowie der Text "Mobiles MRT für Ihre Herzgesundheit" zu sehen.
Ein blauer Lkw steht auf einem Feld, umgeben von Bäumen. An der Seite des Fahrzeugs ist ein Bild eines Herzens sowie der Text "Mobiles MRT für Ihre Herzgesundheit" zu sehen.

Diese Fragen wurden im Innovationsfondsprojekt „HerzCheck“ unter der wissenschaftlichen Leitung des Deutschen Herzzentrums der Charité (DHZC) untersucht – mit moderner MRT-Diagnostik, telemedizinischer Betreuung und einer standardisierten, fast vollautomatisierten Befundung. 

Nun hat der Innovationsausschuss des Gemeinsamen Bundesausschusses (G-BA) die Ergebnisse des Projekts bewertet und einen wichtigen Schritt für deren weitere fachliche Bewertung angestoßen.

Der Innovationsausschuss spricht auf Basis der Projektergebnisse zwar keine direkte Empfehlung zur Überführung der neuen Versorgungsform in die Regelversorgung aus. Aufgrund der erfolgreichen Implementierung und Evaluierung eines Präventionsmodells werden die wissenschaftlichen Erkenntnisse jedoch an den Unterausschuss Methodenbewertung des G-BA sowie an relevante medizinische Fachgesellschaften weitergegeben. Damit fließen die Erfahrungen und Ergebnisse aus „HerzCheck“ in die weitere fachliche Diskussion über Möglichkeiten der Früherkennung einer Herzinsuffizienz ein.

„Das Projekt hat erfolgreich ein sektorenübergreifendes telemedizinisches Versorgungsmodell zur Früherkennung einer asymptomatischen Herzinsuffizienz (HF) in strukturschwachen Regionen (Mecklenburg-Vorpommern & Brandenburg) implementiert und wissenschaftlich evaluiert. […] Insgesamt weisen die Projektergebnisse darauf hin, dass Ansätze der neuen Versorgungsform zur frühzeitigen Identifikation von asymptomatischer Herzinsuffizienz beitragen könnten und so schwerere Verläufe verzögern oder reduzieren“, heißt es in dem Beschluss des G-BA.

Prof. Dr. Sebastian Kelle, Ärztlicher Leiter des Projekts „HerzCheck“ und Leiter der Kardiovaskulären Bildgebung am Deutschen Herzzentrum der Charité (DHZC), Campus Virchow-Klinikum, ordnet die Bedeutung des Beschlusses ein: 

„HerzCheck hat gezeigt, dass sich eine asymptomatische Herzschwäche mit einer skalierbaren und objektiven Herz-MRT-Untersuchung deutlich früher erkennen lässt. Jetzt geht es darum, diese Erkenntnisse in die weitere Diskussion über die Versorgung zu bringen und zu prüfen, einen solchen Ansatz basierend auf unseren Ergebnissen zielgerichtet deutschlandweit einzusetzen.“ 

„HerzCheck hat gezeigt, dass sich eine asymptomatische Herzschwäche mit einer skalierbaren und objektiven Herz-MRT-Untersuchung deutlich früher erkennen lässt. Jetzt geht es darum, diese Erkenntnisse in die weitere Diskussion über die Versorgung zu bringen und zu prüfen, einen solchen Ansatz basierend auf unseren Ergebnissen zielgerichtet deutschlandweit einzusetzen.“ 

Im Rahmen des Projekts wurden zwischen 2021 und 2023 an zwölf Standorten in Brandenburg und Mecklenburg-Vorpommern insgesamt 4.509 Personenim Alter von 40 bis 69Jahren mit mindestens einem kardiovaskulären Risikofaktor untersucht. Zum Einsatz kam ein standardisiertes, stress- und kontrastmittelfreies Herz-MRT in einer mobilen MRT-Einheit. Ergänzt wurde die Untersuchung durch eine klinische Anamnese, Blutanalysen, die Erfassung der Lebensqualität und eine telemedizinische Betreuung.

Bei rund 23 Prozent der untersuchten Patient:innen wurde eine asymptomatische Herzinsuffizienz festgestellt. Im Vergleich mit historischen Routinedaten konnte eine Herzinsuffizienz mit dem „HerzCheck“-Ansatz durchschnittlich 6,7 Jahre früher erkannt werden als mit Standard-Diagnoseverfahren (alle Ergebnisse im Detail). In einer weiteren Untersuchung zeigte sich ebenfalls die Kosteneffizienz des Verfahrens in den definierten Risikopopulationen.

„HerzCheck hat gezeigt, dass modernste Bildgebung und innovative Früherkennungsverfahren entscheidend sind, um schwerwiegende Verläufe der Herzinsuffizienz zu vermeiden. Die Herausforderung besteht nun darin, aus diesen Erkenntnissen einen langfristig tragfähigen Versorgungsansatz zu entwickeln“, so Tom Forbrich, Bereichsleiter Versorgung bei der AOK Nordost.

Die Erfahrungen aus der ersten HerzCheck-Phase bilden zugleich die Grundlage für die Weiterentwicklung des Projekts. Seit Herbst 2025 wird der Ansatz im HerzCheck-Folgeprojekt auch im urbanen Raum erprobt. Auch diesen nächsten Schritt hebt der G-BA in seinem Beschluss ausdrücklich hervor. Die im Folgeprojekt erfassten Daten werden momentan ausgewertet.

Die Erfahrungen aus der ersten HerzCheck-Phase bilden zugleich die Grundlage für die Weiterentwicklung des Projekts. Seit Herbst 2025 wird der Ansatz im HerzCheck-Folgeprojekt auch im urbanen Raum erprobt. Auch diesen nächsten Schritt hebt der G-BA in seinem Beschluss ausdrücklich hervor. Die im Folgeprojekt erfassten Daten werden momentan ausgewertet.

Das Projekt „HerzCheck“

Das Projekt „HerzCheck“ wurde unter der medizinischen Leitung des Deutschen Herzzentrums der Charité (DHZC) vom Innovationsfonds des Gemeinsamen Bundesausschusses (G-BA) gefördert. Konsortialpartner waren die AOK Nordost – Die Gesundheitskasse, die medneo Deutschland GmbH (jetzt Beyond Imaging Health GmbH) als Betreiberin der mobilen MRT-Systeme und der IT-Technologie, das Herz- und Gefäßzentrum Bad Bevensen, die Universitätsmedizin Göttingen, die Universitätsklinik Köln sowie das Universitätsklinikum Heidelberg.

Alle Informationen zum Projekt: 

https://www.herzcheck.org/ 

Beschlusstext, Ergebnis- und Evaluationsbericht auf der Website des G-BA: 

https://innovationsfonds.g-ba.de/beschluesse/herz-check.431 

Wissenschaftliche Publikationen zum Projekt:

Projektergebnisse: Veröffentlichung im Journal Circulation: Heart Failure, 2026

Kosteneffizienz des Projekts: Veröffentlichung im Journal Value in Health, 2026

Studiendesign des Folgeprojekts: Veröffentlichung im Journal of Cardiovascular Magnetic Resonance, 2026