Ausbildung und Anleitung
Praxis in der Pflegeausbildung – für unsere Auszubildende Tanya Kamdom Ngayoumnou ist das gerade eng mit der Person von Andreas Heyroth verkörpert. Der 47-Jährige arbeitet seit mehr als 25 Jahren als Praxisanleiter und begleitet Auszubildende bei ihren ersten Erfahrungen im Pflegealltag.
Genau diese hat Tanya hinter sich gebracht: Ihren ersten Praxiseinsatz am DHZC, auch Orientierungseinsatz genannt. Für vier Wochen sind die Auszubildenden dabei auf der Station eingeteilt und stehen das erste Mal auf der anderen Seite.
Für Tanya eine neue Erfahrung: „Ich musste mich erstmal in meine neue Rolle einfinden - auch, wie ich professionell auf die Patientinnen und Patienten reagiere, denn natürlich findet man konkrete Gesprächssituationen nicht komplett in Lehrbüchern.“
Auszubildende Tanya Kamdom Ngayoumnou und Praxisanleiter Andreas Heyroth arbeiten zusammen auf der Station WDH1

Praxisanleiter Andreas bindet die Auszubildenden gern direkt bei der Versorgung ein – neben Körperpflege und Mobilisation lernen sie auch direkt Verbandswechsel, das Messen von Blutzucker und Blutdruck und das Verabreichen von Spritzen kennen.
„So sehen die Auszubildenden das Gesamtbild und sie können beobachten, wie ich mit den Patientinnen und Patienten umgehe und kommuniziere“, sagt er. Ihm ist dabei auch wichtig, dass die Auszubildenden ihren eigenen Weg entdecken: „Natürlich müssen wir Vorschriften einhalten und bestimmte Prozesse befolgen, aber darüber hinaus entwickeln alle mit der Zeit einen persönlichen Stil.“
Während ihres ersten Einsatzes ist Tanya im Früh- und Spätdienst meist zusammen mit Andreas eingesetzt, der dann weniger Patient:innen als üblich versorgt. Die gemeinsame Station WDH1 sieht sie dabei als echten Glücksgriff: „Ich finde die Hilfsbereitschaft hier ist wirklich groß – die Kolleginnen achten aufeinander und unterstützen zum Beispiel bei der Aufnahme eines Patienten, auch wenn sie nicht dafür eingeteilt sind.“
Eine weitere positive Erfahrung hat sie mit ihrem Praxisanleiter selbst gemacht: „Ich kann ständig Fragen zu allem stellen, was mich interessiert oder was ich nicht verstehe. Das ist schon eine deutlich andere Erfahrung als beim Praktikum, das ich vor der Ausbildung gemacht habe.“
Andreas ist diese Offenheit als Kontrast zu seiner Ausbildungszeit besonders wichtig. „Ich war damals irritiert über den Unterschied zwischen dem, was ich in der Theorie gelernt habe und was ich dann in der Praxis erfahren habe. Aber es gab damals keine Praxisanleitenden und niemand anderen, den ich fragen konnte.“
In der Folge war er selbst derjenige, der ab dem zweiten Ausbildungsjahr angefangen hat, anderen Neulingen ihre Fragen so gut es ging zu beantworten. Inzwischen weiß er seine Rolle sehr zu schätzen: „Ich mag die Kommunikation mit Menschen und finde es schön, anderen zu zeigen, welche besonderen Seiten unser Job mit sich bringt. Die Tage ähneln sich zwar, aber auf Unerwartetes muss man schnell reagieren, sofort einschätzen, was zu tun ist und im Zweifelsfall den bisherigen Plan komplett ändern. Das hält geistig fit.“
Tanya sieht die Praxisnähe ihrer Ausbildung als ein großes Plus an: „Ich merke gerade im Vergleich zum Abi, dass ich gern praktisch arbeite und nah am Menschen bin – deswegen ist es für mich ideal, dass die Ausbildung aus Theorie und Praxis besteht.“
Für den theoretischen Teil geht es nach dem Orientierungseinsatz für fünf Wochen in die DHZB-Akademie.
Für Tanya hat auch die Zeit in der Akademie einige positive Seiten, denn die Schlafenszeit ist für sie im Frühdienst manchmal noch eine Herausforderung. „Ich komme gern in Ruhe an und mag Pünktlichkeit – das bedeutet aber gerade noch, dass ich um 3 Uhr aufstehe, wenn ich um 6 Uhr anfange. Das ist während der Theoriezeit natürlich anders“, sagt sie.
Auch die Kursgröße gefällt ihr: „Wir sind genug, um ein schönes Gruppengefühl zu haben, aber nicht so viele, dass wir in der Masse untergehen würden. Stattdessen haben wir das Gefühl, dass unsere Lehrerinnen und Lehrer uns alle einzeln im Blick behalten.“
Für den nächsten Praxiseinsatz, zu dem Tanya direkt danach wieder auf ihre Station zurückkehrt, hat Andreas schon Pläne:
„Dann knüpfen wir an den ersten Einsatz an“, erklärt Andreas, „und verbinden theoretische Fragestellungen und Arbeitsaufgaben mit dem, was wir in der täglichen Arbeit erledigen. Das Ziel ist es, ein Zimmer inklusive Dokumentation eigenständig zu übernehmen.“
Auch in der Zwischenzeit verliert Tanya wohl die Praxis nicht ganz aus dem Blick. Zum einen durch ihre Mutter, die Gesundheits- und Krankenpflegerin ist, und zum anderen durch die Erste-Hilfe-Kurse, die sie seit ihrem 18. Geburtstag leitet.
Vielen Dank für diesen Einblick in eine Ausbildung am DHZC!