Von der „Sensations-Patientin“ zum eigenen Kind
Bereits wenige Tage nach ihrer Geburt am 25. März 1988 rechneten die Ärztinnen und Ärzte für Katharina Trump mit dem Schlimmsten. Denn sie war mit mehreren schweren Fehlbildungen des Herzens zur Welt gekommen, ihre Überlebenschancen schienen nur gering.
Herzchirurg Prof. Roland Hetzer, Direktor des erst zwei Jahre zuvor gegründeten Zentrums, und der gerade erst zum Team gestoßene Kinderkardiologe Peter Lange entschlossen sich schließlich zur chirurgischen Korrektur der Herzfehler.
Katharina Trump wurde so zum ersten Säugling, der am DHZB operiert wurde: „Sensationelle OP im Herzzentrum“ lautete die Schlagzeile in der Morgenpost.

Dass Katharina Trump einmal selbst Mutter werden könnte, war damals alles andere als selbstverständlich.
Doch fast vier Jahrzehnte später ist genau das geschehen – nur wenige hundert Meter entfernt vom Ort ihrer ersten Operation.
In der Charité in Berlin-Wedding hat Katharina Trump am vergangenen Montagmorgen ihre Tochter Emily Elisabeth geboren.

Mutter und Kind sind wohlauf – und gemeinsam mit Papa Oliver sehr glücklich.
Leben mit Perspektive
Katharina Trump musste als Kleinkind noch einmal operiert werden. Dann aber verliefen ihre Kindheit und Jugend eigentlich ohne Einschränkungen, wie sie erzählt. Nach dem Abitur studierte Katharina Trump Jura und ist inzwischen Beamtin im brandenburgischen Innenministerium.
Dort arbeitet sie an Gesetzesentwürfen mit, die die Arbeit der Polizei betreffen. „Was sich vielleicht erstmal trocken anhört, ist für mich ein Traumjob“, sagt sie: „Denn die Kolleg:innen im Polizeidienst leisten jeden Tag wirklich eine Menge für uns alle – und daran mitzuwirken, dass sie unter guten und klaren Rahmenbedingungen arbeiten können, ist eine erfüllende Aufgabe.“
Medizinischer Fortschritt
Katharina Trumps Geschichte steht exemplarisch für eine Entwicklung, die die Herzmedizin in den vergangenen Jahrzehnten grundlegend verändert hat. Was bei Katharina Trump noch ein gewagte Pionierleistung war, ist für das Team der Chirurgie für angeborene Herzfehler am DHZC heute oft schon Routine. Und die meisten Patientinnen und Patienten erreichen das Erwachsenenalter.
Mit dieser positiven Entwicklung entstehen neue Herausforderungen: Erwachsene mit angeborenen Herzfehlern – kurz „EMAH-Patient:innen“ – benötigen eine hochspezialisierte, lebenslange Betreuung. Das gilt insbesondere für Frauen mit Kinderwunsch.
Genau hier setzen EMAH-Zentren an. Sie bündeln kardiologische, herzchirurgische und geburtsmedizinische Expertise und ermöglichen eine individuelle Betreuung auf hohem Niveau.
Das EMAH-Zentrum am DHZC gehört zu den größten Einrichtungen dieser Art in Deutschland. Jährlich werden hier Tausende Patientinnen und Patienten mit angeborenen Herzfehlern betreut – viele von ihnen bereits seit dem Kindesalter.
Prof. Dr. Oktay Tutarel, Leiter des EMAH-Zentrums am DHZC (links im Bild), hat Katharina Trump nun über viele Jahre begleitet – auch auf ihrem Weg zum eigenen Kind.

Ein besonderer Moment
Trotz der guten medizinischen Betreuung blieb die Schwangerschaft für Katharina Trump nicht frei von Sorgen. „Ein bisschen Angst war schon da“, sagt sie. Umso größer ist die Freude über die Geburt ihrer Tochter.
Auch im Ministerium wurde das Ereignis bereits gefeiert: „Das Referats-Baby ist da“, haben sich die Kolleg:innen zu Emilys Foto untereinander geschrieben.
Katharina Trumps Geschichte zeigt, was moderne Herzmedizin heute leisten kann – und wie wichtig spezialisierte Strukturen wie EMAH-Zentren sind.
Wir danken Katharina Trump sehr herzlich, dass wir ihre Geschichte erzählen durften, und wünschen Emily und ihren Eltern alles Gute.

