Wegweisende Forschung mit klinischer Relevanz
Wir gratulieren Dr. Sascha Ott herzlich zur erfolgreichen Habilitation! Mit seiner Antrittsvorlesung am DHZC zum Thema „Mechanische Kreislaufunterstützung bei kardiogenem Schock: Risikoevaluation und Strategieoptimierung“ setzt er ein starkes Zeichen für wegweisende Forschung mit unmittelbarer klinischer Relevanz.
Prof. Dr. Volkmar Falk (Ärztlicher Direktor des DHZC, links) und Prof. Dr. Benjamin O'Brien (Direktor der Klinik für Kardioanästhesiologie und Intensivmedizin, rechts) gratulieren Sascha Ott (Mitte) herzlich zur Habilitation.

Im Zentrum seiner wissenschaftlichen Arbeit steht die Weiterentwicklung und Standardisierung mechanischer Kreislaufunterstützungssysteme bei kardiogenem Schock – einem lebensbedrohlichen herzmedizinischen Notfall. Bei Patient:innen mit kardiogenem Schock ist das Herz plötzlich nicht mehr in der Lage, ausreichend Blut durch den Körper zu pumpen. Organe wie Gehirn, Nieren und Leber werden nicht ausreichend mit Sauerstoff versorgt.
Ohne schnelle Behandlung kann der kardiogene Schock innerhalb kurzer Zeit zum Tod führen. Mechanische Kreislaufunterstützungssysteme (etwa „Kunstherzen“) sind für viele Patient:innen in dieser kritischen Notfallsituation lebensrettend.
Gemeinsam mit einem interdisziplinären Team am DHZC um Prof. Evgenij Potapov, Prof. Christoph Starck und Dr. Pia Lanmüller hat Dr. Sascha Ott in den vergangenen Jahren maßgeblich zur Etablierung und Standardisierung von Behandlungsprotokollen in diesen kritischen Situationen beigetragen. Ihr Ziel: Lebensrettende Therapien zu vereinheitlichen – und so die Überlebenschance der Patient:innen zu verbessern.
„Wir sind sehr stolz, dass unser entwickeltes Protokoll zur mechanischen Kreislaufunterstützung die Überlebensraten unserer Patientinnen und Patienten mit kardiogenem Schock deutlich gesteigert hat und auch als Grundlage für die kürzlich veröffentlichten Leitlinien genutzt wurde“, sagt Sacha Ott. Das Protokoll diente außerdem als Grundlage für die kürzlich veröffentlichten internationalen Leitlinien „EACTS/STS/AATS Guidelines on temporary mechanical circulatory support in adult cardiac surgery“.
Ein weiterer Schwerpunkt seiner Arbeit liegt auf dem Management von Komplikationen beim Einsatz von Kreislaufunterstützungssystemen – ein hochrelevantes Thema für die klinische Praxis: „Wir konnten zeigen, wie häufig und vor allem wie relevant Komplikationen unter dieser lebensrettenden Therapie sind. Ein zukünftiger Fokus liegt nun darauf, wie wir diese im interprofessionellen Team besser erkennen und behandeln können.“
Der gebürtige Berliner Sascha Ott studierte Humanmedizin an der Charité – Universitätsmedizin Berlin und erhielt 2011 seine Approbation. Nach seiner Facharztausbildung für Anästhesiologie (2017) und der Zusatzbezeichnung Intensivmedizin (2019) war er in verschiedenen klinischen und wissenschaftlichen Funktionen an der Charité tätig – unter anderem in der operativen Intensivmedizin, der geburtshilflichen und pädiatrischen Anästhesie sowie auf der kardiologischen Intensivstation.
Zum Herzzentrum kam er 2019 und gehört seit 2020 zum Team der Klinik für Kardioanästhesiologie und Intensivmedizin am DHZC. Er absolvierte berufsbegleitend einen Master of Health Business Administration und vertiefte seine wissenschaftliche Expertise im Rahmen eines Research Fellowships an der Cleveland Clinic in Ohio (USA).
Seit September 2024 ist Dr. Ott Leitender Oberarzt und Ärztlicher Leiter der Interdisziplinären Kardiovaskulären Intensivmedizin der DHZC-Kliniken für Herz-, Thorax-, Gefäßchirurgie und Kardioanästhesiologie und Intensivmedizin. In dieser Funktion gestaltet er die Weiterentwicklung moderner intensivmedizinischer Versorgungskonzepte maßgeblich mit.
Mit der Habilitation hat Privatdozent Dr. Sascha Ott nun die Lehrbefähigung an der Charité – Universitätsmedizin Berlin erworben. Wir gratulieren herzlich zu diesem wichtigen Schritt und wünschen ihm weiterhin alles Gute für seine klinische Arbeit und Forschung!