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Neue Klappe ohne OP

Das ZDF hat die Implantation einer Trikuspidalklappe per Herzkatheter dokumentiert

Lange wurde die Trikuspidalklappe als die „vergessene Klappe“ bezeichnet – obwohl sie die größte unserer vier Herzklappen ist. Das lag vor allem an ihrer Lage im rechten Herzen: Dort herrscht geringerer Druck, eine Undichtigkeit bleibt oft lange unbemerkt, weil das Herz Rückflüsse zunächst ausgleichen kann. Zudem ist die Trikuspidalklappeninsuffizienz meist eine Folge anderer Herzerkrankungen, und die Klappe selbst ist von Mensch zu Mensch sehr unterschiedlich geformt – was eine gezielte Behandlung lange erschwerte.

Entsprechend richtete sich die Aufmerksamkeit in der Medizin vor allem auf die linke Herzhälfte mit Aorten- und Mitralklappe, wo Beschwerden früher auftreten und schneller gehandelt werden muss. Für die Trikuspidalklappe gab es dagegen kaum wirksame Behandlungsmöglichkeiten. Oft blieb nur eine offene Operation – und die kam meist erst infrage, wenn es den Patientinnen und Patienten bereits sehr schlecht ging und die Risiken entsprechend hoch waren.

Ein älterer Mann liegt im Krankenhausbett und schaut lächelnd einen Arzt an, der neben ihm steht. Der Mann ist mit einem weißen Laken und medizinischen Leitungen bedeckt. Im Hintergrund sind Monitore mit Vitalzeichenanzeigen zu sehen.
Ein älterer Mann liegt im Krankenhausbett und schaut lächelnd einen Arzt an, der neben ihm steht. Der Mann ist mit einem weißen Laken und medizinischen Leitungen bedeckt. Im Hintergrund sind Monitore mit Vitalzeichenanzeigen zu sehen.

Entsprechend richtete sich die Aufmerksamkeit in der Medizin vor allem auf die linke Herzhälfte mit Aorten- und Mitralklappe, wo Beschwerden früher auftreten und schneller gehandelt werden muss. Für die Trikuspidalklappe gab es dagegen kaum wirksame Behandlungsmöglichkeiten. Oft blieb nur eine offene Operation – und die kam meist erst infrage, wenn es den Patientinnen und Patienten bereits sehr schlecht ging und die Risiken entsprechend hoch waren.

Warum ließ sich diese Klappe so lange nicht minimalinvasiv behandeln?
Vor allem wegen ihrer komplizierten Anatomie: Der Klappenring ist unregelmäßig geformt, verändert sich im Verlauf der Erkrankung und bot lange keinen sicheren Halt für Katheterverfahren.

Im Bild ist ein Patient im Krankenhausbett zu sehen, umgeben von Ärzten in grünen Kitteln. Ein Arzt spricht mit dem Patienten, während ein anderer einen Kameramann beobachtet, der die Szene filmt. Monitore zeigen medizinische Daten im Hintergrund.
Im Bild ist ein Patient im Krankenhausbett zu sehen, umgeben von Ärzten in grünen Kitteln. Ein Arzt spricht mit dem Patienten, während ein anderer einen Kameramann beobachtet, der die Szene filmt. Monitore zeigen medizinische Daten im Hintergrund.

Warum ließ sich diese Klappe so lange nicht minimalinvasiv behandeln?
Vor allem wegen ihrer komplizierten Anatomie: Der Klappenring ist unregelmäßig geformt, verändert sich im Verlauf der Erkrankung und bot lange keinen sicheren Halt für Katheterverfahren.

In den vergangenen Jahren hat sich das grundlegend geändert. Neue Katheterverfahren ermöglichen heute erstmals einen vollständigen Ersatz der Trikuspidalklappe über die Leistenvene – ohne Öffnung des Brustkorbs. Möglich wird das durch Implantate, die sich flexibel an unterschiedliche anatomische Gegebenheiten anpassen und sich zuverlässig an der nativen Klappe verankern lassen.

Ein rundes medizinisches Gerät, umgeben von Wasser, liegt in einer Metallschüssel. Das Gerät hat eine durchsichtige, gewölbte Form mit einem Netz aus Draht, das die Oberfläche bedeckt und eine Öffnung in der Mitte zeigt.
Ein rundes medizinisches Gerät, umgeben von Wasser, liegt in einer Metallschüssel. Das Gerät hat eine durchsichtige, gewölbte Form mit einem Netz aus Draht, das die Oberfläche bedeckt und eine Öffnung in der Mitte zeigt.

In den vergangenen Jahren hat sich das grundlegend geändert. Neue Katheterverfahren ermöglichen heute erstmals einen vollständigen Ersatz der Trikuspidalklappe über die Leistenvene – ohne Öffnung des Brustkorbs. Möglich wird das durch Implantate, die sich flexibel an unterschiedliche anatomische Gegebenheiten anpassen und sich zuverlässig an der nativen Klappe verankern lassen.

Einen solchen Eingriff hat Prof. Henryk Dreger kürzlich bei seinem 77-jährigen Patienten Ulrich Stolzenburg vorgenommen und wurde dabei von einem Team des ZDF begleitet.

Henryk Dreger ist Leiter des Structural Heart Interventions Program (SHIP) am Deutsches Herzzentrum der Charité, unserer fachübergreifenden Einheit für die katheterbasierte Behandlung von Erkrankungen der Herzklappen.

Das Bild zeigt ein medizinisches Team in einem Operationssaal. Mehrere Personen tragen Schutzkleidung und Mund-Nasen-Schutz. Sie stehen um einen Tisch, auf dem chirurgisches Material vorbereitet ist. Ein Mitglied des Teams hält ein Mikrofon, während sie sich auf den Eingriff konzentrieren.
Das Bild zeigt ein medizinisches Team in einem Operationssaal. Mehrere Personen tragen Schutzkleidung und Mund-Nasen-Schutz. Sie stehen um einen Tisch, auf dem chirurgisches Material vorbereitet ist. Ein Mitglied des Teams hält ein Mikrofon, während sie sich auf den Eingriff konzentrieren.

Einen solchen Eingriff hat Prof. Henryk Dreger kürzlich bei seinem 77-jährigen Patienten Ulrich Stolzenburg vorgenommen und wurde dabei von einem Team des ZDF begleitet.

Henryk Dreger ist Leiter des Structural Heart Interventions Program (SHIP) am Deutsches Herzzentrum der Charité, unserer fachübergreifenden Einheit für die katheterbasierte Behandlung von Erkrankungen der Herzklappen.

Der gut fünfminütige Beitrag gibt einen verständlichen Einblick in dieses Verfahren und zeigt, wie moderne Herzklappentherapie heute aussehen kann. 

Vielen Dank an alle Beteiligten für die Mitwirkung!

Zwei Hände, die in chirurgischen Handschuhen und blauen Kitteln gekleidet sind, arbeiten an einem medizinischen Gerät auf einem Operationsstuhl. Der Tisch ist mit einem blauen Tuch bedeckt. Im Hintergrund sind verschiedene medizinische Geräte zu sehen.
Zwei Hände, die in chirurgischen Handschuhen und blauen Kitteln gekleidet sind, arbeiten an einem medizinischen Gerät auf einem Operationsstuhl. Der Tisch ist mit einem blauen Tuch bedeckt. Im Hintergrund sind verschiedene medizinische Geräte zu sehen.

Der gut fünfminütige Beitrag gibt einen verständlichen Einblick in dieses Verfahren und zeigt, wie moderne Herzklappentherapie heute aussehen kann. 

Vielen Dank an alle Beteiligten für die Mitwirkung!

Zum Video 


Mehr Informationen zur Behandlung von Trikuspidalklappenerkrankungen am DHZC gibt es im DHZC-Herzatlas:

Eine Hand hält ein transparentes medizinisches Gerät in Form eines ringförmigen Objekts. Das Gerät hat eine zentrale Öffnung und ist mit feinen Drähten verziert. Der Hintergrund ist unscharf und blau.
Eine Hand hält ein transparentes medizinisches Gerät in Form eines ringförmigen Objekts. Das Gerät hat eine zentrale Öffnung und ist mit feinen Drähten verziert. Der Hintergrund ist unscharf und blau.

Zum Video 


Mehr Informationen zur Behandlung von Trikuspidalklappenerkrankungen am DHZC gibt es im DHZC-Herzatlas: