Ein Paar - zwei Wege zum gesunden Herzen
Vor zwei Jahren wird das Leben des Paares von Grund auf erschüttert – denn plötzlich liegt der eigentlich kerngesunde Andreas Sabisch bewusstlos auf der Intensivstation des Herzzentrums und seine herzkranke Ehefrau versucht, den Alltag zwischen Krankenhausbesuchen, eigenen Arztterminen und Ungewissheit allein zu bewältigen.
Unser Foto zeigt Marlies Dietz und Andreas Sabisch mit Herzchirurg Dr. Ruhi Yeter (rechts neben Marlies Dietz), Dr. Claudia Windler, Stationsärztin (ganz rechts) und einem Teil des pflegerischen Teams unserer Transplantationsstation WD3.

Dabei reicht Marlies Dietz' eigene Krankengeschichte viel weiter zurück. Eine schwere Herzinsuffizienz – diese Nachricht trifft sie 2018 hart: Kaum hat die damals 59-Jährige ihre Brustkrebserkrankung überstanden, wird ihre Gynäkologin auf ein auffälliges EKG aufmerksam, und Marlies Dietz beginnt den Diagnoseprozess am DHZC.
Nach einer tiefen persönlichen Krise beginnt sich Marlies Dietz gemeinsam mit ihrem Mann im neuen Alltag mit der Krankheit einzurichten. Andreas Sabisch geht in den vorzeitigen Ruhestand, um für seine Frau da zu sein.
Die Einstellung der Medikamente gelingt gut, und Marlies Dietz kann mehrmals die Woche mit Nordic Walking frische Luft und Bewegung genießen. Fünf Jahre nach der Diagnose verschlechtert sich ihr Gesundheitszustand aber deutlich und auch neue Medikamente können den Prozess nicht mehr wesentlich aufhalten.
Im Frühjahr 2024 – Marlies Dietz ist inzwischen sehr geschwächt – rät das ärztliche Team zu einer Operation der Mitralklappe. Doch statt Marlies Dietz kommt im März Andreas Sabisch ins DHZC und wird am Herzen operiert.
Denn dieser bricht ohne Vorwarnung nach einem aktiven Tag mit Rennradfahren und Paddeltennis mit einem schweren Herzinfarkt zusammen. Noch während des Notrufs beginnt Marlies Dietz mit der Wiederbelebung ihres Mannes. Andreas Sabisch wird ins Herzzentrum eingeliefert, wo das Team eine koronare Bypass-OP durchführt. An die darauffolgenden Tage hat er wenig Erinnerung, da er ein Delir erleidet – eine schwere, vorübergehende Bewusstseinsstörung. Doch eine Woche nach der Operation hat sich Andreas Sabisch erholt, und er kann das DHZC verlassen.
Erneut steht die Herzerkrankung seiner Frau im Mittelpunkt – Marlies Dietz wird im Sommer wie geplant operiert. Doch ihre Herzschwäche wird so gravierend, dass Ende 2024 ein mechanisches Kreislaufunterstützungssystem, also ein Kunstherz, als Option im Raum steht. Die Ergebnisse der umfangreichen Vortests lassen jedoch noch eine andere Möglichkeit zu: Die Listung für eine Herztransplantation.
Nach kurzer Bedenkzeit willigt Marlies Dietz ein und wird nach weiteren eingehenden Untersuchungen im Februar auf die Warteliste gesetzt. In den folgenden Monaten ist zunächst eine Versorgung zu Hause möglich, doch ab Juli prägen zunehmend längere Krankenhausaufenthalte ihren Alltag und einen Monat später bleibt sie dauerhaft im Herzzentrum.
Anfang Oktober verschlechtert sich der Zustand von Marlies Dietz derart dramatisch, dass sie auf der Warteliste als „hochdringlich“ eingestuft wird. Sie stellt sich auf eine lange Wartezeit im Paulinenkrankenhaus, der Partnerklinik des DHZC, ein und wird dort an einem Donnerstag um 16 Uhr stationär aufgenommen. Doch schon drei Stunden später erhält sie die Nachricht, dass ein Organ für sie zur Verfügung steht – und wird wieder direkt auf die Intensivstation des DHZC verlegt.
Obwohl die Vorbereitung auf eine mögliche Operation beginnt, ist erst um 22 Uhr klar, dass das Herz geeignet ist. Nach mehr als neun Stunden im OP kommt Marlies Dietz an einem Freitag im Oktober mit einem neuen Herzen zurück auf die Intensivstation des DHZC. Und am Samstagmorgen wird Andreas Sabisch durch einen Anruf seiner Frau überrascht und kann sie am Nachmittag besuchen.
Gemeinsam haben sie Höhen und Tiefen überstanden: unsere Patientin Marlies Dietz und unser Patient Andreas Sabisch.

„Es war wie ein Wunder – ich konnte es nicht fassen“, sagt Marlies Dietz. „Ich weiß noch, dass das Erste, was ich gegessen habe, ein Eis war.“
Marlies Dietz erholt sich sehr schnell; am Montag ist sie bereits auf der Transplantationsstation des DHZC. Trotz kleiner Rückschläge bei der Rekonvaleszenz kann sie im November aus der Klinik entlassen werden.
Inzwischen freut sich Marlies Dietz, wieder in den Alltag zu finden, genießt die Zeit mit ihren Enkelkindern und das tägliche Nordic Walking. Gemeinsam plant das Paar für dieses Jahr Kurzausflüge und Konzertbesuche – vieles, was in den letzten Jahren nicht möglich war.
Alle zwei Wochen geht es noch zu Kontrollen ins Herzzentrum. Für den Fototermin mit Dr. Ruhi Yeter, der die Transplantation durchgeführt hat, und einem Teil des ärztlichen und pflegerischen DHZC-Teams sind die beiden eigens noch einmal hergekommen.
„Es ist ein besonderes Gefühl, wieder hier zu sein“, sagt Marlies Dietz. „So viele Menschen im Herzzentrum sind uns voller Wärme begegnet und haben sich trotz aller Anforderungen Zeit für uns genommen – das bleibt.“
Wir danken Marlies Dietz und Andreas Sabisch herzlich dafür, dass sie ihre Geschichte mit uns geteilt haben – und wünschen ihnen alles Gute!